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Posts mit dem Label "arbeit" werden angezeigt.

Brauseboys am 12.9. (20 Uhr) mit Jana Berwig und Spider

Seestern: Schlimm, schlimm (von Frank Sorge)   Dieter: Sach mal, Ralle, verstehst du noch, wat in die Zeitung steht? Ralle: Wat stehtn da? Dieter: Der Bundespräsident sagt, unser größtet Problem is Migration. Ralle: Meens nich. Aber wenns so is, solln halt alle mal bleiben, wo se sind. Dieter: Meenste wie beim Lockdown? Ralle: Ick mein ja nur, wer nich muss, ick jeh jedenfalls nich weg. Und die Nazis in Thüringen solln da auch schön bleiben. Dieter: Jeht doch um Migration von Flüchtlinge, Ralle, und an der Grenze soll wieder kontrolliert werden. Ralle: Vertrauen is jut, Kontrolle is besser. Sagt man doch so. Dieter: Ob dit passt?  Ralle: Ick bin immer nur vor der Arbeit jeflohn. Dieter: Gib mal nich so an, hätteste damals bestimmt nich jesacht. Ralle: Doch, in dem Punkt bin ick mir schon lange treu. Dieter: Aber die fliehn nich vor der Arbeit, Ralle, sondern vorn Krieg. Ralle: Dann lässte die halt durch und die Sachsen bleiben zu Hause. Dieter: Also, Ralle, ick versteh nich m...

Brauseboys am 29.2. (20 Uhr) mit Franziska Hauser & Hans Rohe

Ohne Schweiß kein Preis (von Frank Sorge) Auf einem Kastenwagen im Wedding lese ich “Schweißtechnische Dienstleistungen” und überlege nicht nur, ob ich es richtig verstehe, sondern auch, ob man das nicht etwas weniger ungelenk formulieren könnte? Das, was da auch immer gemeint ist. Oder ob das Missverständnis Teil der Werbestrategie ist, dass suggeriert werden soll, dass schweißtechnische Dienstleistungen mit echter Kraftmeierei ausgeführt werden, im Gegensatz zu anderen schweißtechnischen Dienstleistern, die beim Arbeiten nicht ins Schwitzen geraten. Lohnschweißarbeiten sind übrigens, wie mein Forscherdrang herausarbeitet, eine sehr viel kompliziertere Sache als Möbelpackerei. Als Firma braucht man diverse Schweißzertifikate und Schweißzulassungen, denn es gibt eine Reihe internationaler Schweißvorschriften. Eine Firma wirbt mit 'kompetenten Lösungen für Ihre Schweißaufgabe', und das, denke ich, ist doch ein Hinweis darauf, dass etwas wortspielerische Absicht dabei sein könnt...

Brauseboys am 29.4. im Livestream: Auf die Plätze, impfen, los!

Ich kann so nicht arbeiten (von Frank Sorge) “Guten Tag, Mustermann.” “Sorge, hallo.” “Ich wollte mich nur kurz vorstellen, ich bin Ihre Arbeitsvermittlerin, sozusagen.” “Ah, ja.” “Aber was Sie uns ja auch geschrieben haben, sehr ausführlich, Ihre berufliche Situation, das wollte ich doch nicht unkommentiert lassen.” “Ach, so?” “Ja, ich wollte Ihnen vor allem nur anbieten, ganz auf freiwilliger Basis, Sie können als Künstler auch ein eigenes Coaching bekommen.” “Ja, schicken Sie mir gerne zu.” “Und falls Sie mich als Arbeitsvermittlerin brauchen, können Sie mich auch jederzeit anrufen. Also ich meine, wer weiß wie lang das alles geht, falls Sie doch noch Buchhalter oder so werden wollen.” “Das geht?” “Ja, das geht, aber kommt ja im Moment nicht in Frage.” “Stimmt.” “Bisschen Nachrichten gucken, schön einen kiffen, damit kommt man ja erstmal gut durch.” “Wenn Sie das sagen.” “Das schafft ja auch Freiräume, mentale, brauchen Sie was, sollen wir was schicken?” “Jederzeit, klar.” “Machen ...

Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen

Seit ca. hundert Jahren findet am 2. Mai die Demonstration gegen den Zwang zur Lohnarbeit statt. Wir hatten Zeit! Wir bauen auf Roboter, die uns freundlich jede Arbeit abnehmen können. Inoffizielle Beobachter aus dem Weltraum zählten mindestens hunderttausende Demonstranten auf dem Weg zur den Schön-Schöner-Schönhauser Allee Arkaden. Wer nicht da war, hat es verpasst.

Brauseboys am 12.11.: Nach Feierabend

Arbeit durch Freude (von Frank Sorge) Nach der Sanierung und dem Einzug der Arbeitsagentur in den Rathausturm am Leopoldplatz, hat der Wedding endlich die Kathedrale, die er verdient. Der staunende Kunde betritt sonnendurchflutete Gänge, die mit Geräuschen des Waldes bespielt werden, ihm werden probiotische Erfrischungen gereicht. Arbeitsbischof Schmidtski erläutert den neuen Ansatz im Problemkiez: “Wir haben festgestellt, dass der Übergang in die vermittelte Arbeit zu schroff war. Jetzt, da die Arbeitslosenzahlen einen historischen Tiefstand erreicht haben, konnten wir uns die Zeit nehmen, auch einmal unsere Abläufe zu optimieren.” Es wäre nicht leicht, Abschied von der Untätigkeit zu nehmen, die Jobcenter hätten dies lange unterschätzt. Viele ihrer Kunden wären auf der neuen Arbeit nicht zurechtgekommen, oft wären sie als ehemalige Arbeitslose identifiziert und mit Vorurteilen konfrontiert worden. Daher gäbe man Neuankömmlingen jetzt ohne jedes Entgeld einen frischen Haarsc...

2. Mai - Wir hatten Zeit!

Zum zehnten Mal in Folge fand die machtvolle Demonstration zum Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen statt. Das Wetter bot widrige Umstände, entmutigte die geschätzten 200-10.000 Teilnehmer aber nicht, denn gegen eben solche widrigen Umstände wurde demonstriert. Gegen den Zwang zur Lohnarbeit. Musikalisch eröffnete Jan Papke mit dem Klagelied eines Arbeiters die Demo. Als Ex-Weddinger konnte ich ihn für den Weddinger Block werben und bedanke mich herzlich für seine Teilnahme. Es war wieder eine sehr kinderfreundliche Demo. Sie müssen auch noch nicht arbeiten, ein seliger Zustand. Unweigerlich werden sie später aber doch die Fesseln des Lohnerwerbs spüren. Und sie abwerfen, wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben sollten. Die Strecke ging traditionell durch die Schwedter Straße los, dann die Castingallee hoch bis zum Eberswalder. Von dort zu Zwischenkundgebung und Gebet gegen die Arbeit vor dem Konsumtempel (Schön-Schöner-Schönhauser Allee Arcaden). ...

Heraus zum 2. Mai!

10. Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen Aufruf zur Teilnahme am Wedding-Block der 2. Mai Demo.  Gegen den Zwang zur Lohnarbeit - Umbenennung des Arbeiterbezirks in Arbeitslosenbezirk - Mindestlohn für Roboter. Der Wedding-Block bildet sich, weil der 2. Mai alle Weddinger betrifft, diese aber oft zu träge waren, sich in den letzten 10 Jahren anzuschließen. Wir helfen uns beim Aufstehen und kämpfen mit neuen Parolen gegen den Wahn der Vollbeschäftigung. Unser Motto: Arbeitslose Weddinger besichtigen den Prenzlauer Berg!  Weddinger Vortreffen am Mittwoch, 23.4. (ab 20.30 Uhr) im Mastul. Wer sich helfend beteiligen will und weiter informieren, komme dann, sonst einfach zum 2.5. an den Senefelder Platz.

Brauseboys am 2.5.: Der Spargel wächst

Arbeiterlied (von Frank Sorge) Jeden Morgen steh ich auf, und am Abend geh ich unter. Schau, dass ich was Schaues kauf, Schönes macht die Seele munter. In der Nacht dann träume ich, und sollte doch längst schlafen. Und, wenn es geht, versäum ich nicht, mit Gift mich abzustrafen. In den Pausen schöpf ich Kraft, vom Tag mit seinen Flatterdingen. So hilft, was mir mein Leben schafft, zugleich es rumzubringen. Und hab ich einmal nichts zu tun, fällts mir sehr schwer, mich auszuruhn.