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Posts mit dem Label "Roman" werden angezeigt.

Ich schreibe einen Roman (26)

Yannick Herbst ist mäßig erfolgreicher Comedian. „Früher hieß es Komiker“, sagt seine Mutter. „Aber da waren die Leute auch noch witzig.“ Er lebt in Berlin, der Stadt der kreativen Durchwurstler, und strauchelt zwischen neurotischen Comedy-Veranstaltern, provinziellen Kleinkunstvereinen und humorlosen Fernsehproduzenten hin und her. Seine Fanatsie verlangt eine Trennung auf Zeit, und bei seinen Auftritten schauen immer öfter Panikattacken vorbei. Doch mit einem Mal bietet sich Yannick die Chance, auf der Showtreppe des privaten Glücks ein paar Stufen gutzumachen. Er verliebt sich in den jungen Flusspferdpfleger Konrad, der nicht nur seine Fantasie beflügelt. Doch auch diese Beziehung entwickelt sich, nun ja, irgendwie komisch. “Die Schwerelosigkeit der Flusspferde“ ist böse Medien-Satire, Berlin-Roman und tragikomische Liebesgeschichte in einem. Quer-Verlag (1.3.2010) 256 Seiten, 14,90€ ISBN: 978-3-89656-178-7 Schwerelose Flusspferde bei Amazon . Der Autor kurz nach dem Empfang sei...

Ich schreibe einen Roman (25)

Das ist sie: Die vielleicht folgenschwerste Unterschrift meines Lebens. Jetzt geht es nicht mehr zurück. Nun bin ich Romancier (i. Druck) . *Schluck!* Zuvor kehrte der Roman-Bumerang ein letztes Mal zurück. Der Korrekturleser hatte zugeschlagen. Mein Job war es, seine Korrekturen zu überprüfen, und alles, was mir dazu noch einfiel, meinem Verleger gestern während eines gut achtzigminütigen Telefonats in seine Satzdatei zu diktieren. Was man plötzlich recherchiert! Der Korrekturleser meint, Tauben hätten keine "Zehen" sondern "Krallen". Und plötzlich klickt man sich eine halbe Stunde durch diverse ornithologische Wikipedia-Artikel. Aber nein, die Einträge zu "Tauben" und "Vogelskelett" besagen unabhängig voneinander: Die Dinger, die Flugratten unten an den Beinen haben, nennt man tatsächlich "Zehen", drei vorne, eine hinten. "... und aus 'zweikrallige Einbeintaube' machst du bitte wieder 'zweizehige Einbeintaube' .....

Ich schreibe einen Roman (24)

Ein Roman ist wie ein Bumerang. Er kommt immer zum Autor zurück. Gerade hab ich die zweite Überarbeitung an meinen Lektor geschickt. Nach Rohfassung und erster Überarbeitung ist dies also schon das dritte Mal, dass ich den Roman an meinen Verlag maile. Einmal werde ich ihn noch zurückbekommen. Als Druckfahnen nach dem Fehlerlesen eines externen Korrekturlesers. Ändern darf ich dann nichts mehr, sondern nur noch die letzten Korrekturen absegnen und die Druckfreigabe erteilen. In den letzten zehn Tagen habe ich mich hauptsächlich mit Grammatik, Stilfragen, Formulierungsalternativen und Detailkürzungen beschäftigt. Frickelarbeit, die irgendwie nach Statistik schreit. Pardon, ich meinte: Frickelarbeit, die nach Statistik schreit. Hier also meine kleine Romanstatistik: Kapitel: 32, plus 32 andere Sequenzen, plus zweiteiligem Anhang Zeichenzahl des Romans in der Rohfassung: 426.938 Zeichenzahl des Romans bei Abgabe der 2. Fassung: 451.046 Zeichenzahl des Romans heute (3. Fassung): 442.711 E...

Ich schreibe einen Roman (23)

Gestern habe ich die Korrekturfahnen des Romans in Empfang genommen. Mannomann! 282 Seiten. Ich staune. Das ist viel! Und der Appendix fehlt noch! Fast ein Schmöker! Yeah, ich bin ein Schmökerschreiber! Keine 160-Seiten-Novelle. Nee, ich bin ein richtiger Schriftsteller! "Wir kriegen das auch auf 160 Seiten, wenn du willst", sagt mein Lektor. "Bloß das nicht!", sage ich. Ich will Schmökerschreiber sein. Dann schlage ich die Fahnen auf. Ui ui ui. Ich bin doch kein Schriftsteller. Ich bin ein Stümper. Gottogottogott, so viele Fehler. "Gott! Oh, Gott! Oh, Gott! So viele Fehler!", würde mein Lektor vermutlich sagen. Dann aber doch hauptsächlich nur Kleinkram. "Du benutzt viele Worte, die nicht im Duden stehen", sagt mein Lektor. "Erklär doch mal, was ist pladdernder Regen, zupseln und trutschen ? Im Duden steht nur trutschig ." " Trutschen ist das Verb dazu. Jemand geht trutschig ." "Das steht aber nicht im Duden. Und was s...

Ich schreibe einen Roman (22) - Nachtrag

Geschafft! So sieht die heute in Druck gegangene Verlagsvorschau zu meinem Roman aus. Das Buch hat jetzt einen endgültigen Titel und ein vorläufiges Cover. Und ich habe heute die vorläufige Endfassung des Manuskrips an den Verlag gemailt.

Ich schreibe einen Roman (22)

Mein Roman hat nun endlich auch einen Titel. "Tod eines Komikers" erschien allen im Verlag als zu negativ, als zu sehr nach Miller oder Martin Walser klingend, bzw schlichtweg zu sehr nach Kriminalroman. Da Flusspferde eine recht prominente Rolle in meinem Roman spielen, schlug ich als Alternativtitel "Die Schwerelosigkeit der Flusspferde" vor. Der gefällt inzwischen allen. Beziehungsweise daran haben sich alle ganz gut gewöhnt. Hier die aktuellen Titelentwürfe. Kommentare ausdrücklich erwünscht. Allerdings ist es irgendwie doppelt gemoppelt, wenn Flusspferde im Titel sind und dann noch abgebildet werden. Andererseits sind Flusspferde nun mal von Natur aus gemoppelt. Jemand kam dann auf die Idee, die Schwerelosigkeit durch Luftbubbel eines tauchenden Flusspferds zu visualisieren. (Ich nenne es die O2-Variante des Covers.) Hinzu kommt eine völlig neue Verunsicherung, für die ein Buchhändler und geachteter Ratgeber des Verlages gesorgt hat. „Und wie findest du...

Ich schreibe einen Roman (21)

Vorangestellte Zitate sind etwas Tolles! Meistens verstehe ich nicht, was sie mit dem Inhalt der jeweiligen Romane zu tun haben, aber egal. Sie ermöglichen aber dem Autor, sich als ungeheuer klug und literarisch gebildet darzustellen. Ich möchte deshalb meinem Roman gleich zwei Zitate voranstellen. Eines steht schon lange fest, denn Heiko Wernings Ode an die Flusspferde aus "In Bed with Buddha" hat mich wirklich inspiriert. Darum glaubt mir, Freunde, wenn ich euch sage: Und würde morgen die Welt untergehen, so würde ich mich heute noch vor ein Flusspferdgehege pflanzen." Das ist schön, und die Literaturwissenschaftler der Zukunft können sich daran erfreuen, motivische Querverbindungen innerhalb der Berliner Lesebühnenliteratur zu studieren. Und daneben, hab ich mir gedacht, stelle ich noch ein Zitat aus einem Monument der Weltliteratur. Praktischerweise ergab es sich, dass "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald sich quasi hinterrücks und heimlich in meinen...

Ich schreibe einen Roman (20)

Gerade habe ich den Roman ausgedruckt. Mal wieder. Version 2.0 . Mein Verleger hatte mir ein paar Hausaufgaben, äh, wertvolle Hinweise gegeben, und ich habe ein paar Wochen lang das Manuskript überarbeitet. Figuren mehr Kontur gegeben, rote Fäden nachgestickt, Ende etwas offener gestaltet. So etwas halt. Das hat sogar noch Spaß gemacht, da es Arbeit war, die einfach nötig war und das Buch besser machte. Jetzt geht es an die Version 2.1. "Feinschliff". Ob das noch Spaß macht? Komma- und Wiederholungsfehler ausmerzen... auf 195 A4-Seiten ...? Mal seh'n. (Jedenfalls halte ich mich schon mal lieber mit Blogeinträgen von der Arbeit ab.) (Einen endgültigen Titel hat der Roman übrigens immer noch nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Demnächst dazu mehr.) Während des Überarbeitens verunsichert sich der Schriftsteller übrigens permanent selbst. Geht das so? Kann man das machen? Ist das Ende jetzt besser als das vorige? Berlinert meine Figur nun korrekt? Fragen über Fragen. Glück...

Ich schreibe einen Roman (19)

Wagen wir mal einen stark hinkenden Vergleich. Also, nur mal angenommen, Arthur Miller hätte für "Tod eines Handlungsreisenden" zwei Verlage zur Auswahl gehabt. Und der eine Verlag ist dafür bekannt, auf seinen Buchcovern ... sagen wir mal ... ausschließlich wenig bekleidete Frauen abzubilden, dann wäre unter Umständen der folgende Dialog zwischen Arthur Miller und Verlagsangestelltem imaginierbar. Rein hypothetisch natürlich. "Herr Miller, wir haben großes Interesse, Ihr Stück zu drucken." "Oh, das freut mich." "Ja, es wäre wirklich eine wahre Zierde für unser Verlagsprogramm!" "Das freut mich noch viel mehr. Solange Sie keine nackte Frau aufs Cover packen." "Nein, natürlich nicht. Das ist uns auch klar, dass zu Ihrem Werk eine nackte Frau auf dem Cover nicht so gut passt." "Das freut mich." "Deswegen würden wir - und das würden wir für Ihr Werk wirklich zum allerersten Mal machen! - die Blöße bei der n...

Ich schreibe einen Roman (18)

Neuer Blog, altes Thema, neue Entwicklungen: Meine Literaturagentin hat ganze Arbeit geleistet und sich viele Absagen eingehandelt, aber auch zwei interessierte Verlage aufgetan. Zwei Verlage mit homosexueller Zielgruppe interessieren sich für mein Buch. Wieso "nur" zwei kleine schwule Verlage? frage ich mich und lerne: Große Verlage trauen sich an meinem Roman nicht ran, denn er hat zwei "Probleme": Erstens spielt er im Comedybusiness. Und die Verlage meinen, dass da niemand hinter die Kulissen schauen will. Zweitens hat mein Roman eine schwule Hauptfigur. Damit fällt mein Buch gleich zum zweiten Mal in die Special-Interest-Ecke. Ist das deutsche Verlagswesen wirklich so konservativ? Offenbar. Wegen eines anderen Projekts habe ich mit einer Kollegin folgenden Dialog geführt: "Die Verlage wissen nicht, ob es Reisebuch oder Belletristik ist. " "Satirische Reiseerzählung", sage ich. "Damit können die Buchhändler nicht umgehen. Die wissen dann ...