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Brauseboys am 30.7.: Mit Gottes Beistand

Bus fahren in Dubrovnik (Robert Rescue) In Reiseführern findet sich zu nahezu jeder Stadt der Welt ein Hinweis auf eine wichtige Verhaltensweise. In Rom beispielsweise sollen vor allem deutsche Touristen die Spaghetti nicht mit einem Löffel essen, denn das gilt bei den Römern als verachtenswerte, teutonische Angewohnheit. Im türkischen Antalya soll man sich in der Öffentlichkeit nicht die Nase putzen, das verträgt sich nicht mit der Religion oder der Kultur oder beidem. Für das kroatische Dubrovnik weisen die Reiseführer in aller Deutlichkeit auf eines hin - man gibt dem Busfahrer das Fahrtgeld (15 Kuna) passend, sonst nimmt er einen nicht mit oder Schlimmeres.

Brauseboys am 23.7.: Der Superdöner

Der Superdöner (Robert Rescue) Lange schon rege ich mich darüber auf, wie viel Beilage die Verkäufer in den Döner packen. Gerade die Tomatenscheiben fallen mir beim Bezahlen schon runter und nehmen ein paar Zwiebeln mit. Vielleicht überfordert es die Döneristen, dass man den draußen essen will. Eines Tages wird der Tag des Superdöner kommen. Ich werde vor dem Geschäft stehen mit dem Döner und wenn ich dann reinbeiße, wird das Gemüse und das Fleisch links und rechts herunterfallen und meine Zähne treffen auf die nackte Brottasche.

Brauseboys am 16.7.: Weltsicht

Weltsicht (von Robert Rescue) »Hey, du Arsch, so kannst du fahren, wo du herkommst, aber nicht in Berlin«, rufen zwei angetrunkene Typen einem rechtsabbiegenden Auto hinterher, das an ihnen vorbeirast, als sie bei Grün die Straße überqueren wollen. Das Fahrzeug hat ein Berliner Kennzeichen. Korrekt müsste es also heißen: »Hey, du Arsch, so kannst du fahren, wo du herkommst, aber nicht im Wedding.«

Brauseboys am 9.7.: Kühle Texte

Bei der Kinderärztin (von Frank Sorge) Wie es mit den Zwillingen läuft, will die Kinderärztin wissen. Wir erzählen ein wenig, es ist nichts Schlimmes, dann fügt sie an: "Ach, Sie sehen selbst ja auch sehr entspannt aus". "Müde", denke ich, " wir sehen bestimmt einfach nur elend müde aus." "Das überträgt sich ja von den Eltern auf die Kinder", führt die Ärztin aus. "Nein", denke ich, "würde sich unsere Müdigkeit auf sie übertragen, wären wir ja nicht so müde." Das wäre so paradox wie herrlich. Denn wenn sich die Kinder von unserer Müdigkeit anstecken ließen, wären wir bald in Folge ausgeschlafen und hellwach, was sich auf die Kinder übertragen würde, womit wir danach wieder müde gespielt werden. Was sich dann wieder übertragen soll? So ganz leuchtet mir die These des Übertragens nicht ein - das Schreien haben sie jedenfalls nicht von uns. Dafür sind wir, naja, zu entspannt.

Brauseboys am 2.7.: Die Latte hochlegen

Donnerstag, 02.7. / 20.30 Uhr La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) Die Brauseboys - frische Texte Jeden Donnerstag nehmen Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit zwölf Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. Iris Schwarz Mädchen aus Berlin

Brauseboys am 25.6.: Brausetalk Wedding

Ungewohnte Nähe (Robert Rescue) Neuerdings erlebe ich so eine komische Freundlichkeit und Nähe, wenn ich beim Saray einen Döner bestelle. Einer der Spießschergen scheint mich in sein Herz geschlossen zu haben. »Wie geht es dir, mein Freund«, fragt er nach. »Kommst du von der Arbeit?« Beim ersten Mal habe ich geschwiegen und ihn irritiert angeschaut. Beim zweiten Mal habe ich mir gedacht, der Chef habe eine Freundlichkeitsoffensive gestartet und der eine sei der einzige, der versucht, sie umzusetzen. »Geht so«, habe ich wortkarg geantwortet und mir gedacht, ich müsse mal eine Weile mit dem Döner aussetzen, so lange, bis er mich nicht mehr kennt. Das geht schließlich zu weit mit dieser Freundlichkeit. Vor kurzem war ich bei der Stehpizzeria »La Rosa«. Plötzlich sprach mich der Pizzaknecht an: »Seit ich vor drei Monaten mit dem Rauchen aufgehört habe, bin ich dicker geworden.« Ich war vollkommen überfordert von seiner Anbiederung. War ich sein Onkel oder Bruder? Ich quälte mich zu ei...

Brauseboys am 18.6.: Brausetalk Wedding

Zuviel Polizeiticker gelesen (Robert Rescue) Mir klaut einer bei Aldi den Pfandbon, als dieser vom Automaten ausgegeben wird. Der Dieb läuft augenblicklich zur Kasse, drängelt sich vor und will ihn einlösen. Ich rufe in Richtung Kasse: »Hilfe, der hat mir den Pfandbon gestohlen.« Die Kassiererin reagiert geistesgegenwärtig und verweigert die Auszahlung. Der Täter flüchtet ohne Beute.