Pizza-Ferrari (von Frank Sorge)
Der G3-Pizza-Ferrari ist ein überzeugendes Produkt und hält, was er verspricht. Die Lichter flackern schön beim Einschalten, nicht die am Gerät, die im Wohnblock. Unter seiner rot lackierten Kuppel entstehen innerhalb weniger Minuten bis zu 400 Grad über einem dünnen Schamottstein. Kurioserweise soll das Wort Schamotte im 18. Jahrhundert von italienischen Porzellanarbeitern in Thüringen erfunden worden sein, behauptet Wikipedia. Man muss sich das Wort also gesächselt vorstellen, Schärm bringen Glück und Schamotte sorgt für einen guten Pizzaboden. Vor der Benutzung des Ferraris sollte man alles nötige Werkzeug und Gerät bereithalten, außerdem die Pizzen gut vorbereitet haben, denn das Ding ist schnell. Kaum hat man eine Pizza aufgelegt und die Kuppel geschlossen, wird der Mini-Ofen zur Black-Box, dort drinnen wütet mutmaßlich ein Inferno. Ein Inferno in Forno, wenn man so möchte. Der eingebaute Timer reicht nur fünf Minuten weit, aber man ist irre, wenn man das ausreizt. Nach höchstens vier Minuten sollte man mit Schutzausrüstung die Kuppel öffnen und es wird trotzdem schon irgendwas leicht angebrannt sein, genauso wie im bodenständigen Restaurant ums Eck. Tatsächlich schmeckt das Ergebnis dann auch so wie dort und wie es kein üblicher Ofen zu Hause sonst hinbekommt. Es ist magisch und ultimo fantastico, wie der Weddinger sagt, der eine jedenfalls. Ich vergebe so viele Sterne wie Sand am Strand.
Die Brauseboys am 1.10. (20 Uhr)
Mit Bruno
Frische Texte, neue Lieder, spannende Gäste
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)
Was da nicht alles gerade los ist im politischen Berlin, es ist alles so politisiert, dass Jens Spahn nicht mehr arbeiten kann, wie zur Unterstreichung ist sogar Philipp Amthors Strandkorb wieder abtransportiert. Ausruhen ist nämlich nicht, nein, nein, da hat offenbar der Kanzler von Seewind bekommen. Währenddessen findet sich nach und nach doch langsam eine Koalition zu Gesprächen ein, um Berlin ganz dem Kapitalismus zu entreißen oder wenigstens das ein oder andere Tempo-30-Schild wieder hinzuhängen. Vielleicht wird auch das Regierungsviertel enteignet, wir werden sehen und vielleicht was dazu schreiben, oder doch über was anderes, was Schönes womöglich, dann haben wir am Donnerstag was vorzulesen und dafür treffen wir uns ja seit 1228 Donnerstagen. Am 1229. freuen wir uns zudem auf einen Gast, der das erste Mal da ist: Bruno macht linksradikale Bassmusik mit Gitarre, die auch ein Klavier sein kann, das passt ja wohl dann wie die Faust aufs Auge.
Der Herbst beginnt und auch unsere Bühnenbeleuchtung dimmt merklich runter. Aber so ist es halt, draußen werden die Blätter auch gelb und rot, das ist ja gemütlich, und das war es am letzten Donnerstag mit Aidin Halimi und Jana Berwig. Obwohl einiges zu hören war, wo man es zum Beispiel mit Schamesröte zu tun bekam. Kein Problem, wenn das Licht alles rot macht.


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