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Brauseboys am 14.5. (20 Uhr) mit Michael Bittner und Mo ohne Kapelle

Seestern: Zusammenzwänge (von Frank Sorge)

Marie: Leute, schlechte Nachrichten, die Spritpreise jehn durch die Decke.
Dieter: Ick bin froh, ehrlich, dat ick nich maln Führerschein hab.
Marie: Ick red nicht von Autos, Dieter, ick fahr Fahrrad.
Dieter: Aber Marie, dit is jefährlich!
Marie: In meen Alter, oder wat?
Dieter: Nee, uff die Straße.
Marie: Kommt ihr überhaupt noch raus aus eurer Bude, die Müllerstraße hat jetzt’n Streifen, und hintenrum is allet Fahrradstraße.
Ralle: Ach, die bunten Poller überall, stimmt!
Dieter: Ick versteh nich, wie man mit Hindernisse die Sicherheit erhöht, ick würde da immer jegen fahren.
Ralle: Du sollst ja ooch nich fahrn, wenn de jetrunken hast.
Dieter: Damit se mir meenen Führerschein nich’ abnehmen können?
Marie: Ick meine euren Sprit, die Herren, ick hab neue Preise vom Lieferanten bekommen.
Ralle: Wenn er zu frech wird, lass dit Trinkgeld weg.
Marie: Der kriegt keen Trinkgeld, soll froh sein, dat er mich beliefern kann, und ihr solltet froh sein, dat ick noch wat bestelle.
Dieter: Aber der diktiert dir die Preise und wir müssen dit ausbaden.
Marie: Ick kann da nüscht machen, die Tankstelle kann ihr Benzin ooch nich einfach woanders zapfen. Dit Bier muss teurer, sonst trocknet hier die Quelle aus.
Ralle: Sollen wir dem ufflauern, mit Maske, und sagen, dat et so nicht jeht?
Marie: Der trägt son Faß alleene und pustet euch um, außerdem hat der doch selber Zwänge, kannste globen. Dit Bier muss ja ooch irgendwie herkommen, na, und wat nimmt er da?
Dieter: Keen Fahrrad, wa?
Marie: Jenau, der nimmt’n 20-Tonner-Diesel, wat denn sonst?
Ralle: Dann hängen wir an der Ölkrise, obwohl wir überhaupt keen Öl trinken. Tragisch, Dieter, tragisch.
Dieter: Hängt allet mit allem zusammen.
Ralle: War dit ne Frage?
Dieter: Nee, nur so’n Jefühl. Kommen bestimmt noch mehr so Nachrichten.
Ralle: Jetzt lass uns die erstmal verdauen.


Die Brauseboys am Donnerstag, 14.5. (20 Uhr)
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)

Wir wissen nicht, wohin ihr an Himmelfahrt fahren wollt, aber wir empfehlen eine Fahrt in den Prenzlauer Berg zum Himmelfahrtskommando im luftigen Haus der Sinne. Dort holen wir euch das Blaue vom Himmel und pressen es in Worte und Töne, und wer weiß, was uns noch Lustiges einfällt im Überschwang des Mais, Tanzschritte womöglich. Unser musikalischer Gast Marc Ottiker (kurz: Mo) kommt zwar ohne Kapelle, sagt er, aber das muss uns nicht davon abhalten, uns expressiv zu bewegen. Das geht wohl auch zur Sprachmelodie geschickt geschriebener Texte und zu gut getakteten Prosa-Beats, vor allem, wenn sie so luftig und bewegt sind, wie wir es von Lesegast Michael Bittner gewohnt sind. Dazu gewohnt Flatterhaftes von den Boys und schäumende Heiterkeit.

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