Stadtflucht (von Frank Sorge)
Erst verlässt man den Bereich
der minutenweise buchbaren Roller,
der sich kreuzenden Nahverkehre,
der zu Fuß erreichbaren Spätis.
Dann die Autobahnringe und Zubringerwege,
die Einkaufsbunker mit ihren Parkplatzweiden.
Auf dem Hyperloop überwindet man
das Netzwerk der Schnellzüge,
sieht die Bahnhöfe schrumpfen
und Wahlergebnisse kippen.
Umstieg auf Diesel, wo die Stromschienen enden,
umringt von Windrädern, bis einen jemand
abholen muss mit der Pferdestärkenkutsche.
Plötzlich ist die Nacht wieder schwarz
und die Rufe der Lämmer durchbrechen
die Stille wie ein Nebelhorn.
Am nächsten Tag ist dort ein Wald, ein Traktor,
oder die nasse Wiese am Fleet. Der Laptop meldet:
Verbindung unterbrochen.
Brauseboys am Donnerstag (9.4., 20 Uhr)
mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)
Es gibt Gerüchte über einen heißen April, aber noch sind es nur Vermutungen und Ahnungen, wo gibt es überhaupt noch Gewissheiten? Ganz einfach, bei uns! Es wird sicher Donnerstag, irgendwas wird wieder mit dem Mikroständer sein, es werden neue Texte und Lieder mitgebracht, bekannte Gäste begrüßt und bisher nicht bekannte kennengelernt. Es wird gelacht über Absurdes, geschmunzelt über Alltägliches, womöglich auch gestaunt, skeptisch die Augenbraue hochgezogen oder ungläubig den Kopf geschüttelt Wir nennen das 'Die Natur des Daseins', oder auch das 'Brause-Prinzip', denn gerade das philosophische Feld darf man nicht Langhaarigen im Fernsehen überlassen. Hier bekommt man also wirklich etwas geboten, auch ganz wörtlich, denn Wirklichkeit ist doch nur, wenn man wirklich beisammen ist. Eltern kennen dieses Argument, wenn sie auf ausufernde Bildschirmzeit reagieren müssen, manchmal muss man einfach mal raus aus der Bude, zum Beispiel, um ins Haus der Sinne zu kommen. Wir freuen uns auf Susanne M. Riedel und den Ukulelenprediger (Samuel Beck)!

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