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Ich schreibe einen Roman (23)

Gestern habe ich die Korrekturfahnen des Romans in Empfang genommen. Mannomann! 282 Seiten. Ich staune. Das ist viel! Und der Appendix fehlt noch! Fast ein Schmöker! Yeah, ich bin ein Schmökerschreiber! Keine 160-Seiten-Novelle. Nee, ich bin ein richtiger Schriftsteller!
"Wir kriegen das auch auf 160 Seiten, wenn du willst", sagt mein Lektor.
"Bloß das nicht!", sage ich. Ich will Schmökerschreiber sein.
Dann schlage ich die Fahnen auf. Ui ui ui. Ich bin doch kein Schriftsteller. Ich bin ein Stümper. Gottogottogott, so viele Fehler. "Gott! Oh, Gott! Oh, Gott! So viele Fehler!", würde mein Lektor vermutlich sagen.
Dann aber doch hauptsächlich nur Kleinkram.
"Du benutzt viele Worte, die nicht im Duden stehen", sagt mein Lektor. "Erklär doch mal, was ist pladdernder Regen, zupseln und trutschen? Im Duden steht nur trutschig."
"Trutschen ist das Verb dazu. Jemand geht trutschig."
"Das steht aber nicht im Duden. Und was soll das hier heißen? Seine Hand platschte auf den Tisch."
"Na ja, es ist, wie mit einer Hand auf den Tisch zu patschten, nur eben irgendwie feuchter, mit einer schweißnassen Hand." (Irgendwie würde mein Lektor sofort wieder streichen.)
"Es steht aber nicht im Duden."
"Deshalb musste ich es ja erfinden. Das Wort fehlte."

Meine schönste Stilblüte (bislang):
"Der Wassergraben plätscherte unhörbar irgendwo im Dunkeln."

P.S. Mein Roman hat mal wieder ein neues Flusspferd vorne drauf. Auch schön.



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