Mein Senf zum GEMA-Senf



Vorweg: Ich bin Autor und schreibe für’s Kabarett, auch Liedtexte. Die werden vertont von Musikern, die in der GEMA sind. Damit ich von den GEMA-Beiträgen für die Darbietung dieser Lieder auch etwas abbekomme, bin ich vor einigen Jahren Mitglied der GEMA geworden, als Textdichter. Ich bin ein sog. „angeschlossenes Mitglied“, gehöre damit zum Fußvolk der GEMA, denjenigen Urhebern, die davon partizipieren, aber nicht genügend, um Vollmitglied der GEMA zu sein (angeschlossene Mitglieder wählen zur Hauptversammlung Delegierte). Gleichzeitig bin ich Buchverleger und veranstalte Lesungen, bei denen auch gelegentlich Musiker auftreten. Dafür zahle ich Gebühren an die GEMA. Zudem bin ich in einem schwulen Kulturverein tätig, der alles mögliche veranstaltet, da bin ich Kassenwart und so etwas wie der „GEMA-Beauftragte“. Ich melde die Veranstaltungen an, kommuniziere mit der GEMA usw. Wieso ich das alles erzähle: Ich habe an vielen Punkten mit der GEMA zu tun, und glaube, dass ich zu dem Thema was sagen kann. Ich ärgere mich über die GEMA, mit ihr rum und bin trotzdem drin. Ach so, und ich bin regelmäßiger Clubgänger. Ich gehe gerne tanzen.


1. Die GEMA ist vom Grundgedanken keine schlechte Sache. Musiker und Textdichter stellen Musik her, sie sind die Urheber. Diese Lieder werden allenthalben eingesetzt, um Geld zu verdienen. Es ist nur gerecht, dass sie dafür bezahlt werden, ob nun Musik im Radio kommt, in Clubs und Kneipen läuft, in Supermarkt oder Fahrstuhl Wohlfühlstimmung herbeidudelt. Und da nicht jeder Radiosender mit jedem Musiker und jeder Club mit jedem Textdichter einzeln Verträge abschließen kann, delegiert man so etwas an eine Organisation, die das Geld gesammelt einsammelt und dann verteilt. Das macht Sinn. Das ist der Sinn der GEMA.

2. Es ist beliebt zu sagen, von dem Geld, was die GEMA einsammelt, kämen nur 10% bei den Urhebern an. Das ist Quatsch. 85% der von der GEMA eingesammelten Gelder werden an die Urheber ausgeschüttet. Das kann man in jedem Geschäftsbericht der GEMA nachlesen. Eine ganz andere Frage ist, ob das Geld bei den richtigen Urhebern landet. Eine weitere Frage ist, ob 15% Verwaltungskostenabzug bei der GEMA angemessen sind. Beides bezweifle ich. Aber das sind interne Probleme, über die sich die GEMA-Mitglieder untereinander streiten müssen (und das auch tun). Tatsache wurde auf der GEMA-Hauptversammlung am 27.6.2012 nach jahrelangem Druck vieler, sagen wir „kleinerer“ Mitglieder ein neuer Verteilungsschlüssel beschlossen, der die bisherige Übervorteilung der Großverdiener beenden soll. Klopf auf Holz, dass das so klappt. Aber noch mal: Diese Verteilung müssen die GEMA-Mitglieder untereinander ausfechten. Die Zahl steht: 85% der GEMA-Kohle geht an die Urheber.

3. Die GEMA vergleicht den derzeitigen Streit um die neuen Tarife für Musikveranstalter mit einer ganz normalen Tarifauseinandersetzung wie zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Das ist so schräg, dass ich als Metapher bemühen möchte: Das Bild hinkt schief. Zum einen gebärden sich GEMA auf der einen und Clubs auf der anderen Seite gerade, als wären jeweils sie die Gewerkschaft, zum anderen sitzt die GEMA unzweifelhaft am längeren Hebel. Auch wenn sie die Schiedsstelle angerufen hat: Die Tarife der GEMA sind beschlossen und gelten erst einmal ab Januar 2013. Im schiefen Bild geblieben: Das wäre so, als würden die Arbeitgeber ihren Arbeiternehmern mal so eine fünfzigprozentige Lohnkürzung verordnen und die Schlichtung anrufen, wenn die ersten verhungert sind.
Ich kenne bislang keine Verlautbarung der GEMA zu der Frage, wie ein Club von heute auf morgen eine Erhöhung von mehren hundert Prozent GEMA-Gebühren verkraften soll. Zu dieser Frage hat die GEMA außer einem gebetsmühlenartig wiederholten „Aber der Betrag ist gerechtfertigt!“ noch nichts gesagt.

4. Machen wir uns nichts vor: Die neuen Tarife für Clubbetreiber sind ein gigantisches PR-Desaster für die GEMA. Und wenn manch ein GEMA-Vertreter oder willfähriger Verteidiger jetzt heult, all die bösen Clubbetreiber und -gänger und die fiesen Medien hackten auf der GEMA rum, dann hat sie sich das selbst durch ihre völlig rumpelige PR-Arbeit zuzuschreiben. Liebe GEMA, du selbst hast den Tarifkampfvergleich erfunden, dann wundere dich nicht, dass in einem Kampf auch gekämpft wird. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Und wer Sturm sät, dem fliegt schnell der eigene Laden um die Ohren. Gleichwohl nehme ich zur Kenntnis, dass lange bekannt war, dass der GEMA-Tarif mit der DEHOGA auslief, und die DEHOGA den Verhandlungstisch offenbar irgendwann verlassen hat, als es kniffelig wurde und damit die einseitige Einführung neuer Tarife sicher begünstigt hat. Aber mitunter ist so eine öffentliche Debatte auch etwas, das allen Beteiligten mal sehr gut tut.

5. Mich ärgert die stümperhafte PR-Arbeit der GEMA gerade maßlos, auch aus dem Grunde, weil das pure Wahlkampfhilfe für die Piraten ist, die ich – im Gegensatz zur GEMA – nun wirklich für überflüssig halte. Aber das nur nebenbei.

6. Kommen wir zum Inhaltlichen: Auch viele Clubbetreiber streiten nicht ab, dass die Urheber der Musik entlohnt werden soll. Das ist gut. Ich kann die Zahl nicht nachprüfen, aber wenn derzeit tatsächlich nur 1,3% der Eintrittsgelder an die Urheber gingen, fände ich das erbärmlich wenig. Künstler haben mehr verdient. Clubs leben von der Musik, die Komponisten und Textdichter haben Anspruch, daran zu partizipieren. Ich weiß nicht mehr wo, aber ich bin mir sicher, dass ich auch irgendwo von Clubbetreibern gelesen habe, die mit einer moderaten Tariferhöhung zugunsten der Urheber durchaus einverstanden wären. Die Zahl „10% vom Eintritt“, mit der die GEMA argumentiert, klingt erst einmal ganz gut. Wenn ich grob über den Daumen peile, müsste das auch etwa der Prozentsatz sein, den Musiker bei Plattenverkäufen verdienen. (Üblich sind m.W. rund 20% vom Nettoertragserlös; also von dem, was beim Musikverlag ankommt nach Abzug der Handelsrabatte, die machen oft 50% aus. Also 50% von 20% = 10%. Aber mit Vorsicht zu genießen: Ich hab nur einmal ein Hörbuch produziert, aber ich meine, die Datenlage war da ähnlich wie bei einer Musik-CD.)

GEMA-Protest im Berliner SchwuZ:
Nach eigenen Angaben sollen dessen
GEMA-Gebühren von 10.000€ (bislang 5%
vom Eintritssumsatz) auf 90.000€ steigen.
7. Bevor jetzt die Clubbetreiber aufschreien, das Lied vom Tod anstimmen und wieder aus Protest die Musik abstellen zu Zeiten, wo noch niemand auf der Tanzfläche ist*: Jetzt kommt das ABER. Bei der Berechnung der neuen Tarife kommt ein Grundübel fast aller GEMA-Tarife zum Zuge. Die GEMA kassiert eben nicht 10% vom Eintrittspreis, sondern will sich dieser Zahl durch einen Koeffizienten aus Eintrittspreis und beschallter Fläche annähern. Das führt zu zwei Ungerechtigkeiten: Erstens geht die GEMA stets von voll ausgelasteten Flächen aus. Das ist illusorisch. Nicht jeder Club, nicht jede Konzert- oder Kabarettbühne nutzt an jedem Abend die Platzkapazität voll aus. Das verzerrt die 10%-Regel gravierend. Zweitens geht die GEMA immer vom maximalen Eintrittspreis aus. Das betrifft die Clubs eher nicht, aber viele andere Veranstalter. Wenn es teure und günstige Plätze gibt, wird bei der Berechnung der GEMA-Kosten so getan, als hätten alle Menschen im Saal die teuerste Eintrittskarte gekauft. Das ist bescheuert. Wenn die GEMA sagt, sie will 10% vom Eintritt (oder vielleicht kann man sich auf 5% oder 7% oder 8% einigen), dann sollte dieses Geld vom real erzielten Nettoerlös kommen (nach Abzug der Steuern). Das geht. Die Künstlersozialkasse KSK schafft das auch: von allen Firmen, die in Deutschland Kreative beschäftigen, roundabout 4% von den Gagen als KSK-Beitrag einzuziehen. Wieso sollte der GEMA so etwas nicht gelingen? Dann noch einen Minimalbeitrag für Eintritt-frei-Veranstaltungen beschließen und alle hätten ein nachvollziehbareres und deutlich faireres Tarifsystem. Und, Tatsache!, es gibt ja genau diesen Tarif bei der GEMA schon. Der unlängst eingeführte Tarif U-K für Livekonzerte arbeitet prozentual: derzeit 4% vom Bruttoeintritt, mittelfristig 5%. Es geht also doch! Wieso soll in Clubs nicht gehen, was bei Livekonzerten geht? Oftmals sind es dieselben Läden! Und wieso bei Livekonzerten 5% und wieso bei Konserventanzmusik 10%?

8. Manche GEMA-Verteidiger argumentieren, man müsse die GEMA-Kosten für die Musik als Fixkosten eines Clubs ansehen wie Miete, Personal, Flyerdruck und Getränkehändler, und wenn der Laden nicht 100% ausgelastet sei, sei das halt unternehmerisches Risiko. Auch das ist schief verglichen. Wenn der Laden früher dichtmacht, geht das Personal früher nach Hause, die gelieferten Getränke werden bei den nächsten Veranstaltungen aufgetrunken. Die Musik kann man nicht bei der nächsten Veranstaltung weiterspielen. Denn die wird pro Veranstaltungstag abgerechnet. Natürlich: Fixkosten wie Miete hat jeder Veranstalter. Aber die GEMA selbst will ja gar keine Fixkosten verursachen sondern wird nicht müde zu betonen, sie wolle nur 10% vom Eintrittsgeld. Lasst uns sie beim Wort nehmen. Prozentuale Anteile können per definitionem keine Fixkosten sein.

9. Nein, das ist nicht urheberfeindlich. Ich stand selbst lange genug auf der Bühne. Die meisten Auftritte machte ich auf Eintrittsteilung. 60 oder 70% vom Eintritt gingen an mich. Bei Büchern und CDs bekommen Urheber immer prozentuale Anteile (manchmal darauf einen Vorschuss), insofern wäre es nur recht und billig, in Clubs auch prozentuale GEMA-Gebühren zu erheben. Wenn ich auf der Bühne stand und im Saal die Hälfte der Plätze leer blieb, habe ich für die kein Geld bekommen. Was die GEMA über die Quadratmeterregel von Clubs (aber auch vielen anderen Veranstaltern) fordert, ist, dass diese leeren Plätze (oder diese leeren Quadratmeter in der Disco) GEMA-Gebühren bezahlen. Das ist nicht in meinem Interesse als Urheber.

10. Noch ein Argument, die 10%-Regel vielleicht etwas abzumindern: Die GEMA will, wenn ich es richtig durchschaue, zukünftig 10% vom Eintritt unabhängig davon, ob die Musik live dargeboten wird oder von Konserve. Der neue Tanzmusikvertrag U-M ist tariflich dem für Livemusik U-V gleichgestellt. Also, ich bin ja nur Kabaretttextdichter, aber wenn ich mal versuche, mich in die Situation eines Musikers hineinzuversetzen: Ist es nicht ein substanzieller Unterschied, wenn eine Coverband meinen Song live spielt oder ob mein Song original in der Disco abgespielt wird? Sollte sich so etwas nicht in den Tarifen auch abbilden?

11. Was die neuen GEMA-Tarife für Clubbetreiber in ungeahnte Höhen schießen lässt, sind die vielen bizarren Aufschläge. Die GEMA hat sich einfach mal ausgedacht, dass Tanzveranstaltungen, die länger dauern als 5 Stunden, 50% Aufschlag kosten. Das ist Bullshit. Eine völlig willkürliche Grenzziehung. (Und nach weiteren 3 Stunden muss man noch mal nachzahlen!) Die meisten Tanzveranstaltungen dauern länger als 5 Stunden (Kinderdisco, Karneval und Seniorentanztee mal ausgenommen). Aber die GEMA scheint diesen Vorschlag selbst nicht ganz ernst zu nehmen, denn sie hat ihn schon als Verhandlungsmasse bezeichnet. Sprich: Von allen bizarren Aufschlägen wird dieser im Schiedsverfahren als erster wegfallen. Reden wir nicht drüber, es lohnt nicht. (Eine andere Frage ist, wieso niemandem in der GEMA aufgefallen ist, was für ein PR-Desaster man mit so einer Schnapsidee eigentlich anrichtet. Machen die da so gar keinen reality check?)

12. Ein ähnliche Schnapsidee ist, (ich meine) 10% Aufschlag auf die GEMA-Gebühren zu nehmen, wenn die Musik nicht von Vinyl oder CD abgespielt wird, sondern vom Laptop und noch mal bis zu 40%, wenn selbst gebrannte Datenträger verwendet werden. Da scheint die GEMA einfach noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Verzeihung, wenn ich allen Vinyl- und Schellack-Freunden auf den Fuß trete: Ein Musikstück ist heute i.d.R. eine digitale Datei, es sollte der GEMA scheißegal sein, von welchem Datenträger sie abgespielt wird. Wenn einem DJ sein MacBook zu wertvoll ist, um ihn in jede feuchte Kellerdisco mitzuschleppen, und die Titel, die er spielen will, lieber vorher auf CD brennt, ist das wurscht. Es ist derselbe Track, derselbe binäre Code 0100100100rumtata. Für den Urheber ändert sich nichts.

13. Bleiben wir bei Schnapsideen: Bei der schon angesprochenen Quadratmeterregel kam die GEMA auf die faszinierende Idee, nicht nur den Gastraum eines Clubs zur Berechnung ranzuziehen, sondern sämtliche Flächen inkl. Barbereiche, Toiletten und Lagerräume (weil: es ist ja auch eine Art der Musiknutzung, wenn die Bierflaschen im Kühlraum im Takt klirren). Liebe GEMA, auch wenn es in manchem Berliner Clubs Tatsächlich den Eindruck macht, das Tresenpersonal sei nur zur eigenen Unterhaltung anwesend, und auch wenn viele Clubtoiletten den Eindruck vermitteln, dass auch während der Pinkelns getanzt wird, in der Berechnung der Tarife haben diese Flächen nichts verloren. Ein Argument mehr, auf eine echte Prozentregelung bei der Eintrittsteilung zu gehen. Wie auch, dass die GEMA-Quadratmetertabelle in 100er-Schritten aufwärtsgeht: Ein Club mit 302qm muss dasselbe zahlen, wie einer mit 399qm, obwohl er de facto ein Viertel weniger Platz für zahlende Gäste hat.

14. Kommen wir noch zu einem gravierenden Punkt, der fast sämtliche GEMA-Tarife betrifft: Ein kompletter Abend wird GEMA-pflichtig, sobald ein einziger GEMA-Titel dargeboten wird. Da kann ein Nicht-GEMA-Mitglied 3 Stunden lang Eigenkompositionen darbierten, sobald er einen einzigen Song spielt, der GEMA-pflichtig ist, muss für den gesamten Abend die komplette GEMA-Gebühr gezahlt werden. Das ist wirklich schwer, logisch nachzuvollziehen.
Ich kenne nur einen GEMA-Tarif, bei dem das nicht so ist, dem Tarif für Wortkabarettveranstaltungen, der vor nicht allzu langer Zeit, m.W. auch nur auf Druck von Kleinkunstbühnenbetreiber, eingeführt wurde. Wenn da die Kabarettisten mal ein paar Liedchen spielen, wird nach Minutenzahl abgerechnet. Es wäre mehr als fair, dieses Prinzip auf alle GEMA-Tarife anzuwenden.
Die meisten Clubs spielen sicherlich zu gut 100% GEMA-Musik, aber manche Technoclubs argumentieren, dass bei ihnen viel GEMA-freie Musik gespielt würde. Die GEMA ist erwiesenermaßen sehr ausgefuchst, Nachweissysteme zu erfinden, für jedes kleine Pupskonzert wird eine komplette Musikfolge mit allen Titeln inklusive GEMA-Werkenummer angefordert, da muss es doch auch möglich kein, zu jedem Club, der dies verlangt, alle ein bis zwei Jahre eine Erhebung zu machen, wie hoch der durchschnittliche Anteil an GEMA-pflichtiger Musik ist! Und dann gilt das Prinzip: Wer Aufschläge machen kann, muss auch Abschläge vornehmen können. Spielt ein Club nur 60% GEMA-Musik, zahlt er eben 40% weniger an die GEMA.

15. Wenn man all die GEMA-Ungerechtigkeiten mal zusammennimmt, könnte man sich folgendes Beispiel ersinnen: Bei einer internationalen Meisterschaft singen Fußballfans im, sagen wir mal, Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion immer wieder „Seven Nation Army“ von den Whites Stripes („Naaa, na-na-na-naaa, naaa ...“) und hüpfen dabei auf den Rängen. Damit handelt es sich gewissermaßen um eine Tanzveranstaltung mit Livemusik. Das Gottlieb-Daimler-Stadion hat ein eine Nutzfläche (inkl. Nebenflächen und Spielerkabinen) von 124.290qm. Die teuerste Eintrittskarte ist ein VIP-Ticket für 600€. Die GEMA-Kosten dieses Abends betragen nach dem GEMA-Tarif U-V, wenn ich richtig gerechnet habe, 7.457.400€. Oops. Ich hoffe, ich habe die GEMA damit nicht auf eine Idee gebracht.
(Nein, keine Sorge ... Man könnte das auch als Live-Konzert ansehen und nach Tarif U-K abrechnen; dort werden 7,65% von den Bruttoeinnahmen erhoben, macht rund 250.000€. Vielleicht ein schönes Beispiel, um zu demonstrieren, wie Quadratmeter/Eintrittspreis-Berechnung und prozentuale Berechnung auseinandergehen können.)

16. In Fällen wie diesen könne man doch, sagt die GEMA gerne die Härtefallnachlassregel in Anspruch nehmen. Diese Klausel führen GEMA-Verteidiger auch gern an. Wenn ein Clubabend schlecht laufe, könnten die Clubs ja die Härtefallklausel in Anspruch nehmen. Doch die Sache hat gleich mehrere Haken, ich habe mich dazu vor einem halben Jahr mal ausgiebig informieren müssen: Erstens ist das ein aufwändiges bürokratisches Bittstellverfahren. Dieses muss, zweitens, für jeden einzelnen Abend vom Veranstalter einzeln beantragt werden und von der GEMA genehmigt werden. Drittens habe ich damals nirgendwo die konkreten Härtefallregeln gefunden. Die Aussagen dazu auf der GEMA-Website sind schwammig: „Sofern der Veranstalter den Nachweis erbringt, dass die Bruttoeinnahme (geldwerter Vorteil nach § 13 Abs. 3 S. 1 UrhWG) aus der Veranstaltung im Einzelfall in grobem Missverhältnis zur Höhe der Pauschalvergütungssätze für die Musiknutzung bei Einzelveranstaltungen steht, berechnet die GEMA auf schriftlichen Antrag eine für die Veranstaltung angemessene Vergütung.“ Was ein „grobes Missverhältnis“ wird ebensowenig definiert wie „angemessene Vergütung“. Das ist völlig intransparent. Ich hab mal mit einem Sprecher eines Musikerverbandes gesprochen. Der erzählte, die GEMA habe mal eine Weisung vom Patentamt erhalten, dass nicht mehr als 10% von den Eintrittsgeldern eines Veranstalters an die GEMA dürfen gehen. (Da sind sie wieder, die 10%). Und in dem Bereich liegen dann die Sätze der Härtefälle. De facto werden aber immer die Minimalsätze für die jeweilige Veranstaltung erhoben.

17. Das führt mich zu dem Punkt, dass die neuen GEMA-Tarife viele kleinere Veranstalter entlasten. Das ist richtig. Die größten Entlastungen gibt es in den Bereichen, wo die Eintrittspreise unter 8€ liegen und die Räume klein sind. Die dramatischsten Preissenkungen liegen im Bereich die Niedrigstpreisveranstaltungen in Kleinstläden. Aber da liegt man meistens eh bei den Mindestbeträgen, und die bleiben unverändert.
Ich hab’s für den Kulturverein, für den ich die GEMA-Anmeldungen mache, mal durchgerechnet (Eintritte maximal 7€, 75qm): Wir würden tatsächlich 16€ weniger zahlen als bisher. Aber bei den Mini-Konzerten, die wir machen, rechnen wir zum Glück nach Tarif U-K ab und sind somit so oder so aus dem Schneider und landen bei dem Mindestbetrag dort. Tipp an alle Veranstalter: Versucht immer, eure Veranstaltungen mit Live-Musik nach U-K abzurechnen, das ist meist fairer. Zugegeben: Die kleine Dorfdisco (5€ Eintritt, 500 qm) würde auch profitieren (Ersparnis 75€), vorausgesetzt, siehe oben, sie ist hat nicht mehr als 5 Stunden auf und spielt keine Musik von Laptop oder gebrannten CDs, denn dann würden aus den gesparten 75€ stattdessen Mehrkosten von mindestens 180€. Ätschi-bätsch, zu früh gefreut.
(Ich habe tatsächlich etwas den Verdacht, dass die ganzen recht willkürlichen Aufschläge dazu da sind, mit der anderen Hand die Entlastungen wieder einzukassieren,die man mit der einen Hand gibt.)

18. Wenn GEMA-Verteidiger anführen, wenn Clubs die neuen GEMA-Tarife nicht verkrafteten, wären sie halt wirtschaftlich falsch aufgestellt und sollten eben dichtmachen, dann ist das zynisch. Gegenüber den Betreibern, den Mitarbeitern, aber auch nicht zuletzt den Urhebern gegenüber, denn die kriegen von diesem Club ja gar nichts mehr. Und zu fordern, die Getränkpreise eben entsprechend anzuheben, ist auch nicht fair. Ich will in keiner Stadt leben, wo das Bier in jedem Club 4€ kostet! Ich will, dass sich auch Leute mit wenig Kohle Clubbesuche leisten können. Und ja, ich will auch, dass, wirtschaftlich gesehen, schwache Clubabende trotzdem stattfinden können, da bin ich Indie-Fan durch und durch. Auch schwach ausgelastete Abende für Minderheitenmuusik sollen sich für Clubs noch rechnen können! Und ich denke, das ist auch im Sinne der Urheber dieser Musik. Wenn die Musik sich für die Clubs nicht mehr rechnet, dann werden diese Abende wegfallen. Ergo: Die Musiker gehen erst recht leer aus.

19. Noch ein Grundübel der GEMA ist der sogenannte GEMA-Vorbehalt, jene Annahme, nach der jede Veranstaltung pauschal im Ruch steht, GEMA-pflichtig zu sein. Da wird die Nachweispflicht umgekehrt, und der Veranstalter hat im Zweifel, die Pflicht nachzuweisen, dass keine GEMA-Musik gespielt wurde, statt andersrum. Irgendwelche Gerichte haben dieses Prozedere leider abgesegnet, wohl mit der Begründung, da tatsächlich gut 99% der Musik irgendwie GEMA-pflichtig ist, sei der GEMA-Vorbehalt quasi immer gegeben. Wir werden damit also wohl noch eine Weile leben müssen. Problem ist, dass die GEMA nicht eben zimperlich ist und im Zweifel nach dem Prinzip verfährt: „Lieber erst `ne gepfefferte Rechnung schicken und mit den Menschen erst sprechen, wenn die wutentbrannt oder den Tränen nahe anrufen“. Das sind wirklich Wildwestmethoden, die meines Erachtens einen Gros des schlechten Rufes der GEMA begründen. Die GEMA pflegt im Umgang mit ihren Kunden das Feingefühl einer Planierraupe (alles Dreck, gehört plattgemacht).
Für drei Lesebühnenabende bekamen wir unlängst eine Rechnung, weil die GEMA behauptete, unsere Lesegäste seien Musiker gewesen. Und gleich wurden die höchstmöglichen Tarife angesetzt mit allen erdenklichen Straf- und Säumnisaufschlägen, summasummarum über 900€ für 3 Abende (mit je 40-50 Gästen und 5€ Eintritt). Es war ein anstrengender Schriftwechsel, bis wir der GEMA glaubhaft machen konnten, dass manch ein GEMA-bekannter Musiker auch Geschichten, Gedichte oder Romane schreiben kann und diese einfach nur vorliest. Selbst schriftliche Erklärungen der 3 Künstler (ihrer eigenen Mitglieder!), wollte die GEMA zunächst nicht akzeptieren. Sagen wir es so: Wenn die GEMA derzeit ihren schlechten Ruf bejammert, dann ist das ein bisschen so, als heule da ein Tyrannosaurus Rex, weil er kein Plüschkaninchen ist.

20. Verlassen wir mal den Bereich der Clubs und Tanzmusik. Wo ich gerade so schön in Fahrt bin, möchte ich zu schlechter letzt noch zwei weitere gravierende Ungerechtigkeiten der GEMA-Praxis ansprechen (sicher, es gibt sicher noch viel Ungerechtigkeiten mehr, aber diese beiden betreffen mich in besonderem Maße). Zum einen ist dies die absonderliche Regel, dass Abende auch dann GEMA-pflichtig werden, wenn ein Musiker ausschließlich seine eigenen Stücke darbietet, oder gar selbst der Veranstalter ist. Das ist bizarr. Ich bin Mitglied einer weiteren Verwertungsgesellschaft, der VG Wort. Die macht im Prinzip dasselbe wie die GEMA, nur für Bücher und Texte. Aber irgendwie macht sie es leiser und unauffälliger. In der VG Wort käme niemand auf die Idee, bei Lesungen VG-Wort Gebühren zu nehmen, weil der Autor aus seinem eigenen Roman vorliest. Eine solche Ausnahmeregel bei der GEMA würde Tausenden Veranstaltern viel Leid ersparen und der GEMA unendlich viel Arbeit. Denn die GEMA sammelt für die Veranstaltung GEMA-Gebühren von dem Veranstalter ein und verteilt sie dann, mit 15% Abzug, im besten Fall (der ja gerade beschlossen wurde, siehe Punkt 2) wieder an den Künstler, der bei dem Veranstalter auf der Bühne steht. Das ist nur Arbeitsbeschaffung für die GEMA. Ich will nicht wissen, wie viele GEMA-Sachbearbeiter nur mit solchen Zirkelschlüssen beschäftigt sind.

21. Genauso ärgerlich ist, dass der Künstler nicht die Wahlfreiheit hat, ob er seine Lieder der GEMA meldet oder nicht. Sprich: Wenn ich einen Liedtext schreibe für eine klitzekleine freie Produktion, wo der Komponist nicht in der GEMA ist, dann würde mein kleiner Liedtext die gesamte Produktion GEMA-pflichtig machen. Aber ich habe nicht, die Wahl zu sagen: „Nö, dieses kleine Liedchen für diese Produktion melde ich nicht zur Vertretung bei der GEMA an.“ Als Künstler wird man mit allem, was man liedtechnisch produziert, Mitglied bei der GEMA. Das steht irgendwo im Kleingedruckten meines Vertrages. Die Tragweite wird einem erst bewusst, wenn man sich mit dem Problem aus Punkt 14 beschäftigt (ein einztiger GEMA-Titel macht einen ganzen Abend GEMA-pflichtig). Die GEMA vertritt einen also, ob man will oder nicht. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Auch da kann die VG Wort ein Vorbild sein. Die VG Wort rechnet nur die Titel mit einem ab, die man ihr meldet. Führt das nicht zu mehr Verwaltungsaufwand? M.E. nicht. Titel, die nicht gemeldet werden, müssen nicht verwaltet werden.

Fazit:
Es gibt sicher noch viel, was man sagen könnte. Ich möchte mich nicht vergaloppieren und hab schon viel zu viel gesagt. Ich will die GEMA nicht abschaffen, aber sie braucht meines Erachtens dringend Reformen.
Wenn der Aufschrei wegen der neuen Clubtarife, so übertrieben die Panik auch sein mag, geeignet ist, die Aufsicht der GEMA, die bislang anscheinend eher lax gehandhabt wurde, zu verbessern, dann ist das eine gute Sache. Ich glaube auch, dass ein Laden wie die Regulierungsbehörde, die schon Strom- und Telefonkonzernen sorgsam auf die Finger schaut, die bessere Aufsichtsbehörde für die GEMA wäre als irgendein Sachbearbeiter beim Patentamt. Oder gleich das Kartellamt? Es geht schließlich um die Kontrolle eines Monopolisten, das darf man nie vergessen.
Ich war letzte Woche erstmals bei einer GEMA-Versammlung der angeschlossenen Mitglieder, und ich war nicht der einzige Neuling. Bei den Textdichtern waren wohl dreimal so viele da wie sonst. Bei den anderen Sparten sah es wohl ähnlich aus. Die demokratischen Strukturen der GEMA sind etwas verworren, vielleicht auch dringend reformbedürftig, aber sie sind vorhanden. Wenn die Willkür des GEMA-Apparates mit ihrer unsäglichen PR-Abteilung zu Aufschrei und Protesten führt, dann ist es auch Aufgabe jedes angeschlossenen oder Vollmitglieds der GEMA, alles dafür zu tun, den Laden auch von innen zu reformieren und zu kontrollieren. - Volker Surmann -

Nachtrag (20.7.2012):
"Die GEMA und das Märchen von der Enlastung der Kleinveranstalter" heißt ein neuer Blogeintrag zum selben Thema, in dem ich auf die angebliche Entlastung kleinerer Veranstalter eingehe. Bitte dort weiterlesen!

Nachtrag (25.7.2012):
Eine ausführliches und aufschlussreiches Streitgespräch zu meinen Thesen findet man hier:
http://blog.browserboy.de/2012/07/gema-senf-oder-nicht-senf-das-ist-hier.html


Quellen u.a.:
https://www.gema.de/veranstaltungstarife
https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_m_v.pdf
https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_u_v.pdf
https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_u_k.pdf
https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Informationen/tarifstruktur_u_v.pdf
https://www.gema.de/musiknutzer/lizenzieren/meine-lizenz/soziale-kulturelle-vereinigungen-und-verbaende/sozial-und-kulturtarif/haertfallnachlassregel.html
http://www.mtmediaportal.de/http://www.mtmediaportal.de/die-neuen-gema-tarife-2013-oder-heute-schon-gejammert/ 
http://www.stadionfuehrer.de/stadion_vfbstuttgart.shtml
http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-szene-die-gema-ist-kein-gefraessiger-clubkiller/6816416.html
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/550110
http://www.sueddeutsche.de/kultur/gema-und-diskotheken-im-streit-anatomie-des-konflikts-1.1398679

* Halbsatz und Foto ergänzt am 7.7.2012


P.S.:
Ich bin, wie eingangs geschrieben, Verleger und Autor, Vorleser und Ehenamtler. In all diesen Funktionen habe ich derzeit reichlich zu tun Ich werde daher nicht dazu kommen, hier groß Kommentare zu kommentieren und eine ausgiebige Debatte zu führen. Mein Debattenbeitrag steht hier.

P.P.S:
Noch ein Nachtrag aus der Praxis: In dem kleinen, selbstverwalteten Vereinslokal, dem ich vorstehe, zahlten wir im Geschäftsjahr 2011 für alle GEMA-Verträge (Hintergrundmusik, Fernsehvertrag, Einzelveranstaltungen) zusammen 1.300€ an die GEMA bei einem Brutto-Jahresumsatz von 37.000€ (macht 3,5%). (Die Ausgaben des Vereinslokals beliefen sich auf 37.200€. Das Vereinslokal trägt sich also selbst, Gewinne muss es als ehrenamtlicher Betrieb auch nicht erwirtschaften. In 2012 wurden die meisten GEMA-Tarife um ein paar Prozentpunkte erhöht. Mal sehen, wie sich das auswirkt.)
Siehe dazu insbesondere hier.

Update/Nachbemerkung (4.7.2012):
Ich freue mich sehr über die hohen Zugriffszahlen auf diesen Eintrag. Man darf diesen Blogeintrag auch sehr gerne verlinken. In Gänze oder Auszügen, die über das Zitatrecht hinausgehen, anderswo übernehmen, darf man ihn ausdrücklich nicht, jedenfalls nicht ohne meine Zustimmung. Ich bitte dafür um Verständnis. - Volker Surmann -

Kommentare:

Aze hat gesagt…

Ausgezeichneter Beitrag, vielen Dank für die Mühe. Bleibt nur zu hoffen, dass die GEMA ihn auch liest...

Bzgl. Punkt 5: So ungern ich es sage, aber vllt sind die Piraten ja doch nicht so überflüssig. Wenn die GEMA unwillig ist, selbst vernünftig zu handeln - was sie leider immer wieder zeigt - bleibt ja fast nur der Weg über die Politik, um die Gesetze so zu ändern, dass die GEMA gezwungen wird, ein wenig Vernunft anzunehmen.

Wolfgang Müller hat gesagt…

einfach gut !

Tim hat gesagt…

Merci, sicherlich der ausführlichste und differentierteste Beitrag, den ich zu dem Thema bis jetzt gelesen habe.

Anonym hat gesagt…

Eine hervorragende Analyse des GEMA Desasters!!!
Möge der Vorstand der GEMA endlich zur Vernunft kommen und schlicht und einfach mal DEN GESUNDEN MENSCHENVERSTAND einschalten!!!
Ich habe den Artikel mit hoffentlich nachträglicher Billigung des Autors auf meiner Facebookseite gepostet und der hat dort schon viel Beifall erhalten.

Ich bin Mitglied der Initiative "FAIR-PLAY - gemeinsam gegen GEMAinheiten", und wir haben am letzten Montag zusammen die Kundgebung vor dem Mitgliederfest vor dem Frannz Club in Berlin organisiert, wo immerhin 5000-6000 Menschen ihren Protest gegen die Tarigreform 2013 artikulierten!

Unter den Clubbesitzern und Veranstaltern in Berlin und anderswo macht sich so langsam Verzweiflung und Wut breit, da wir mit ansehen müssen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit, mit welchem Zynismus und mit welcher Arroganz sich die GEMA über die vitalen und legitimen Interessen der Veranstaltungsbranche hinwegsetzt!!!
Selbst wenn es "nur" die 10 Prozent des Umsatzes beim Eintritt wären, die die GEMA für sich beansprucht, wäre das ein Desaster! Für viele Veranstalter sind das 30-100 Prozent des Gewinns! Wenn nicht sogar ein Minus Geschäft.
Viele Clubs und Diskotheken und vor allem Veranstalter, die keinen eigenen Club haben und sich AUSSCHLIESSLICH über den Eintritt finanzieren, würden in den Ruin getrieben!

Die GEMA zerstört in Deutschland die über 20-30 Jahre gewachsene Partykultur !
Sie zerstört das Lebensgefühl von hunderttausenden von Menschen!
Und sie zerstört die Subkultur!
Sie gibt vor, im Interesse der Künstler zu handeln, die sie vertritt, aber die Künstler werden diejenigen sein, die darunter am meisten leiden werden, denn sie werden nicht mehr gebucht werden, weil es bald keine Locations und Veranstalter mehr geben wird, die sie buchen können!!!
Was übrig bleibt ist reiner Kommerz!

Das werden wir nicht zulassen!....Wir werden uns wehren!!!

Wie schon gesagt....wer den Wind säht, wird den Sturm ernten.....Aber die GEMA hat den Sturm gesäht, und sie möge sich nicht wundern, dass ihnen demnächst der gesamte Laden um die Ohren fliegt!

In diesem Sinne.....wir sind Viele!

Ananto Damm

DJ Term hat gesagt…

Auf mich wirken Autoren, die ihr Leben lang von Eintrittsgeldern ein Stück Kuchen abbekommen möchten, wie nimmersatte Kindergartenkinder.
Reicht ja nicht, dass man mit dem Kauf des Tonträgers (o.Ä.) seinen Teil an den Autor/Produzenten entrichtet. Nein - es muss ein Leben lang abgedrückt werden. Dass finde ich total unverhältnismäßig und gierig obendrein.

Taste hat gesagt…

@DJ Term: Kommerzielle Verwerter müssen nun mal Lizenzgebühren zahlen, was ist denn daran nicht zu verstehen? Sie zahlen ja auch ggf. Franchising und jeglichen sonstigen Wareneinsatz, um damit (hoffentlich) Mehrwert zu produzieren.

Der Tonträger ist für den Endverbraucher gedacht, der zu Recht nur 1x dafür bezahlt.

Armin hat gesagt…

Vielen Dank für diesen tollen Artikel!
Werde ihn gleich mal bei FB linken.

Nico hat gesagt…

Sehr gute Analyse, vielen Dank!

Das einzige was noch mehr hervorgehoben werden könnte, ist der Unsinn die Höhe der Gebühren an den Eintritt zu koppeln. Ein weiterer Aspekt ist nämlich, je teurer die DJs sind, desto höher muss der Eintritt sein muss um das ganze zu finanzieren. Warum profitiert die GEMA von den Gagen (Leistung, Bekanntheitsgrad etc.) der DJs? Oder anders gesagt - warum kostet ein Song von David Guetta von Paul Kalkbrenner aufgelegt deutlich mehr Gebühren - bei selber Länge und Gästeanzahl? Hier kassiert die GEMA wieder, ähnlich wie beim Thema MP3, für eine Leistung die sie gar nicht betrifft.

Thomas hat gesagt…

Punkt 21 stimmt so nicht. Ein GEMA Mitarbeiter hat mir erklärt, man muss seine Stücke nicht bei der GEMA melden. Man muss dazu ja ein extra Formular ausfüllen, wo drin steht wer was geschrieben hat. Wenn man das nicht macht, ist der Song nicht gemeldet. Fertig. Man kann bereits gemeldete Stücke auch wieder abmelden.

Qwin hat gesagt…

klasse - sollte es in die taz schaffen
oder wäre wert x wieder eine de-bug zu
kaufen.... insbes. auch bei der unge-
klärten werkfrage im visuellen (und
damit auch für jedes plattencover) ist
eine öffentliche diskussion dringend
angebracht... derweil fck the gema,
künzel gib die kunst frei !,- (insbes.
für die sozio-kultur...)

Anonym hat gesagt…

vielen dank für diesen praxisnahen grundsatzdisko_beitrag. wenn dieser nun noch in übersetzter variante erscheinen würde, könnte er ein beitrag zu einer globalen urheberrechtsverwertungsdebatte werden. wie großartig das wäre!

DISCOPHIL hat gesagt…

Der Artikel ist super. Ein wichtiger Aspekt wird aber völlig vergessen: Was verdienen eigentlich die Clubs und Discos? Ich würde das gerne mal wissen. Am fairsten wäre ja eine Beteiligung am Gewinn, der am ganzen Abend entsteht. Dann kann man sich das ganze Gedöns mit Zuschlägen und Prozenten sparen. Soweit ich weiss, will sich aber der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zu so einer Regelung nicht durchringen, denn das würde bedeuten, dass man sich in die Karten schauen lassen müsste. Deshalb meine Frage: Wenn ich richtig verstanden habe, müssen ja gerade große Clubs sehr viel mehr bezahlen. Was verdienen diese?

Chris hat gesagt…

Vielen Dank für diesen ordentlichen Batzen Senf! Gut geschrieben, wunderbar subjektiv und - soweit ich es beurteilen kann - trotzdem fair. Da hab ich Lust, gleich nochmal den kümmerlichen Artikel zum Thema in einer der letzten "virtuos" Ausgaben (Mitgliederpublikation / Selbstbeweihräucherungsmanifest der Gema) gegenzulesen, der relative Informationsghalt dürfte bei ca. 0,2% liegen…
Abgesehen von allen strukturellen und inhaltlichen Problematiken ist die PR der Gema wirklich unterirdisch, die haben's ja fast schon geschafft, die GEZ auf der Beliebtheitsskala zu unterbieten.

Marcus Wolschon hat gesagt…

Schon mal die Streaming-Tarife der GEMA gesehen?
Da wird nicht pro Hörer kassiert (welche, da sich IP-Multicast nicht durchgesetzt hat, ja sekundengenau bekannt sind)
sondern analog zu einem Radio über die theoretisch möglichen Empfänger.
Nur sind das im Internet eine ganze Menge Leute.

Ingvo Clauder hat gesagt…

Einfach Anbieter wechseln oder aussteigen: http://www.freegema.de/

Ingvo Clauder hat gesagt…

http://www.freegema.de

SO36 hat gesagt…

Toller Beitrag! Extrem unterhaltsam UND informativ!!! DANKE!

Anonym hat gesagt…

Selten hat mir jemand so sehr aus der Seele gesprochen wie Volker. Vielen Dank für die Ausführungen und die damit verbundene Mühe. Interessant sind die Geschäftsberichte der GEMA. Laut Geschäftsbericht 2008 (Seite 46) verdienten die drei Vorstände schon damals mehr als 300.000 Euro per Anno (je). Laut Geschäftsbericht 2011 (Seite 25) waren in 2011 1074 Mitarbeiter beschäftigt. Der im Geschäftsbericht 2011 bezifferte Personalaufwand (S. 24) betrug 65.152.000 Euro. Teilt man den Aufwand durch die Anzahl der Mitarbeiter, erhielt jeder Mitarbeiter ein durchschnittliches Jahresgehalt von über 60.000 Euro. Da bewerb ich mich doch lieber als Mitarbeiter bei der GEMA als mühselig zu versuchen, meinen Lebensunterhalt als Künstler oder Clubbetreiber zu bestreiten.

Volker hat gesagt…

Hallo,
danke für die Kommentare und all die vielen Zugriffe (bis gestern waren es über 11.000)! Wahnsinn!
Thomas' Beitrag zu Punkt 21 verwundert mich, das kannte ich bislang anders. Natürlich kann man Titel nicht anmelden, aber theoretisch wäre der Titel doch GEMA-pflichtig. Sprich sobald jemand den Titel doch auf eine Musikfolge schreibt und mch als Textdichter nennt, wird die GEMA diesen Titel vertreten, meine ich. Aber vielleicht finde ich dazu noch was raus.
- Volker -

Rick hat gesagt…

Mir hat der Beitrag auch sehr gut gefallen - er war übrigens im Saxophonforum verlinkt, so bin ich darauf gestoßen:
http://www.saxophonforum.de/modules/newbb/viewtopic.php?post_id=210046

Zum Punkt 21 - "Nichtanmeldung einzelner Titel" weiß ich folgendes:
Natürlich kann man Titel nicht anmelden, doch das bringt leider nichts. Diese Titel sind nach wie vor GEMA-pflichtig, sobald der Urheber Mitglied ist, aber dieser bekommt nichts von der Auswertung, weil der Titel ja nicht gemeldet ist.
Das hat wohl mit der "GEMA-Vermutung" zu tun, die bedeutet, dass alles GEMA-pflichtig ist, was nicht ausdrücklich befreit ist.
So hat man mir das jedenfalls mal auf nachfrage hin mitgeteilt.

Deshalb darf ich als außerordentliches GEMA-Mitglied keine GEMA-freie Musik anbieten, um die ich schon öfter gebeten wurde - sehr lästig!

Schöne Grüße,
Rick

Paskal Tzellos hat gesagt…

Vielen Dank für diesen tollen, informativen Beitrag!

Das einzige, was ich dazu zu sagen habe, ist:

Ich bin eigentlich immer auf der Seite der Künstler. Aber ich verstehe nicht, wieso Künstler extra Geld bekommen sollten, wenn ihr Titel im Club gespielt werden, und schon gar nicht 5 oder 10% des Eintrittspreises. Immerhin bekommen Künstler das Geld aus den Verkäufen des Songs. Wenn ich einen Track für 2 oder 3 Euro kaufe, dann gehe ich davon aus, dass meine Pflicht gegenüber dem Künstler damit abgegolten ist.

Wenn Künstler also der Meinung sind, dass sie zu wenig bekommen, dann sollte man ein System einführen, wonach Künstler durch den KAUF des Songs eine Pauschale für die öffentliche Vorführung bekommen. Es sollten spezielle DJ-lizenzen für Songs eingeführt werden oder sonstwas. Aber der Club-Betreiber sollte damit nichts zu tun haben (und das sage ich als DJ)

Anonym hat gesagt…

Sehr schmackhafter Senf zum Thema.....

Nur kurze Anmerkung zum Pkt. 10 des Autors, auch die letzte Anmerkung von Paskal Tzellos betreffend:

Bitte immer zu unterscheiden zwischen Urheber eines Werks und dem Künstler welcher dieses Werk aufführt oder auf Tonträger gebannt hat, selbst wenn diese identisch sind.

Damit macht es für den Urheber (!!!) keinen Unterschied ob eine andere Band seinen Song live darbietet oder der SOng von Konserve (egal ob von ihm selbst eingespielt oder einer anderen Band) kommt.

Und genau darum hat der Urheber (!!!) auch das Recht bei jeder Aufführung seines Werkes ob von Konserve oder live durch Coverbands seinen Anteil am Gewinn zu bekommen.

daemon hat gesagt…

Klasse Erklärung. Endlich verstehe ich mal diesen ganzen Wust rund um die Gema. Vielen Dank!

Anonym hat gesagt…

zu Punkt 20
das ist überhaupt nicht verwunderlich , da gerade bei den major labels verträge mit Künstlern so gemacht werden, dass 40 oder mehr % von den GEMA Einnahen des Künstlers an den Major gehen, der Künstler bekommt dafür je nach Marktkraft einen Vorschuß.
wenn der Künstler dann Auftritt will der Major natürlich was von dem Geld sehen! Die Gema zieht es dann für den Major ein.
Gutes System!
sagt stoffel

Anonym hat gesagt…

Was mir an der Diskussion aufstoesst, ist das gerade die Urheber, die Kuenstler sich fein raushalten. Nach dem Motto: "Das geht uns nichts an!". Gerade die Vollmitglieder koennten Druck ausueben, eine Reform verlangen tun es aber nicht. Geld stinkt eben nicht. Auch daran sollte man denken, wenn man die GEMA verteufelt, aber Fan einer Band ist, die das Spiel bereitwillig mitspielt, egal wie "Ghetto" oder "Punk" diese offiziell sein mag.
Eine von den deutschsprachigen "Ghetto"-Bands hat sich im meinem Bekanntenkreis mit der alleinerziehenden Mutter einer 12-jaehrigen per Anwalt wegen des Runterladens eines Songs eben erst auf 1.200 EUR!!! Schadenersatz geeinigt!!

Anonym hat gesagt…

Von 10.000 auf 90.000 Euro sind es "nur" 800 Prozent MEHR, weil die Differenz 80.000 Euro beträgt.

Anonym hat gesagt…

Als ordentliches GEMA-Mitglied, dem das zur Zeit übliche pauschale GEMA-Bashing und die Krokodilstränen der DEHOGA-Mitglieder auf den Senkel geht, sage ich: Ausgezeichneter Artikel, der seine Finger in die tatsächlichen Ungereimtheiten des neuen Tarifsystems und ein paar anderer Sachen legt, ohne die GEMA in Bausch und Bogen zu verunglimpfen. Ich hoffe und setze mich dafür ein, dass die GEMA nachbessert.

Anonym hat gesagt…

wunderbar kurzweilig auf einen Punkt gebracht, aber eben nur auf einen!
bei dem ganzen hin und her gerechne feur die club und konzertbetreiber wird eine noch recht grosse Branche voellig ausser Betracht gelassen!.
DIe videotheken!
nicht das der videothekar zusätzlich das recht zum verleihen bezahlt und somit eine einzelne dvd schon mal 25 euro netto kostet und man ja nicht nur ein stück ins Regal stellt, soll er auch noch gema feur die offiziellen videotrailer bezahlen die auf Monitoren laufen nein er soll auch fuer die Musik zahlen (ok da nimmt man ja cleverer weise gemafreie) nein er soll auch gema gebühren zahlen feur jede einzelne dvd, bluray und games die er verleiht. wenn die gema Berechnungen tatsächlich zu zahlen wären, dann wäre das fuer bestimmt die hälfte aller Betreiber das aus! bei verleih preisen von ,50 cent bis 1 euro....

Anonym hat gesagt…

Meiner Meinung nach ist es allerdings sehr wohl egal, ob eine Coverband oder der Originalkomponist dasselbe Werk öffentlich aufführen. Es geht um den Inhalt, nicht die Verpackung. Es macht ja auch keinen Unterschied, ob ich nun mein Gedicht öffentlich vorlese oder jemand anderes es aus meinem Buch tut. Es geht um das Gedicht, nicht den Interpreten.

Daniel hat gesagt…

@ Discophil:

Ich war ca. 4 Jahre lang Betreiber eines elektronischen/techno Clubs in Nürnberg.

Damals haben / durften wir noch mit den Pauschalgebühren der Gema arbeiten.

Der Club hat(te) eine Größe von (Gastfläche) ca. 160 qm (Gemaberechnung mit Toiletten, Lagerbereichen, Tresen) ca. 205-215qm (= eine "Tarifeinheit" Größer)...

Allerdings hatten wir damals einen Großteil der Veranstalungen selbst erdacht und durchgeführt. Das Verhältnis von Eigenveranstaltungen zu Fremdveranstaltungen war ca. 1/6 bzw. 1/8 (wenn man die Konzerte, die wir zeitweise auch veranstaltet haben - die allesamt bis auf eines oder zwei Draufzahlgeschäfte waren - nicht mitzählt ;-))

Wir hatten einen festangestellten Geschäftsführer, 2-4 festangestellte Securities und 20-40 400,- Euro Jobber an den Theken/Kasse/Garderobe.

Heute (der Laden existiert immer noch und läuft nahezu wie zuvor - mal besser mal schlechter - je nach Wetter und/oder Booking) sind beinahe an jedem Öfnungstag Fremdveranstalter am Werk, die sich ausschließlich über die Eintrittseinnahmen (re-)finanzieren, zumeist selbst auf ihren Parties auflegen, aber immer noch Headliner dazubuchen, die den Laden füllen sollen mit ihrem Namen. Je nach persönlicher Bekanntheit des Veranstalters mit den Gästen bzw. je nach Bekanntheitsgrad gehen die Gagen der Gäste von 800,- Euro bis 7.500,- Euro. Dass dies natürlich auch die Höhe des Eintrittspreises maßgeblich mitbeeinflusst liegt denke ich auf der Hand... (zusätzlich müssen Transportkosten, Übernachtung, Verpflegung, und Booking-Gebühr bezahlt werden). Von den Werbekosten, die jeder Veranstalter selbst tragen muss einmal abgesehen.

Damals hatten wir im Jahr so ca. 50.000-65.000 € Gewinn gemacht (ca. 8-11% des Umsatzes).

Diesen haben wir zu der Zeit, als ich noch Miteigentümer dieses Clubs war, zu 90% in Verschönerung, besserer technischer Ausstattung (PA, Mixer) und zu 5% in nötige Renovierungsarbeiten gesteckt. Ausgezahlt habe - zumindest ich mir - in diesen vier Jahren nichts - obwohl ich nahezu an jedem Abend anwesend war, hinter der Bar ausgeholfen habe wenn Not am Mann war, den Einlass geregelt habe, ...

Früher waren die Gema-Kosten (durch Pauschalvertrag) bei ca. 6000-7.000 Euro im Jahr.

Nach aktuellen Berechnungen würden im neuen Tarif auf einen Schlag zwischen 40.000 € - 12€ maximaler Eintritt - bei 14€ Eintritt für Highlight-Bookings wären das bereits fast 47.000 € (ohne GVL) - und 50.000 € - bei 12€ - (mit 26% GVL) bzw. 59.000 € mit 14 € fällig. Dies entspräche beinahe einem kompletten Jahresgewinn den wir zu meiner Zeit mit diesem Betrieb hatte (für Innovationen, Renovierungen, Reparaturen, Austausch von Anlagen, ...).

Das hieße eigentlich: Entwerde man entlässt den Geschäftsführer, der den Laden am laufen hält, und selber "betreiben" oder den Club zusperren...

Da ich ziemlich viele Mittelgroße Discotheken- und Clubbetreiber kenne, weiß ich dass die Gewinnmarge bei fast allen ca. in dem Bereich zwischen 7 und 14% des Umsatzes liegt. Also blieben den meisten am Ende eines Jahres entweder -3% oder gerade einmal noch schlappe 4% des Jahresumsatzes.

Okay, bei 4Mio Umsatz blieben dann immer noch ganz tolle 100.000 € übrig, aber a) macht man mit einem 160/170qm Club unter Garantie KEINE 4 Mio Umsatz (außer man betreibt nebenbei ein florierendes "Genussmittelnebengeschäft" ;-),sondern dazu benötigt man mindestens 1.000 qm Fläche - was wiederum die Gema Gebühr massivst steigern würde und damit nocheinmal weniger Gewinn beim Betreiber bliebe - und b) heist ja buchhalterischer Gewinn nicht gleich automatisch, dass man sich diesen auszahlen könnte, sondern der Verantwortungsvolle Betreiber legt davon eine ganze Menge auf die Seite für den nächsten Umbau...

Denn Selbstständige Geschäftsleute bekommen nur mit viel Glück größere Summen von den Banken geliehen für Große Investitionen...

Uwe Jürgen hat gesagt…

Danke für die Mühe die Du Dir gemacht hast Volker
Es ist blos zu hoffen das die GEMA das auch mal liest. Ich dachte immer das nur unsere "Volksvertreter" ein schamloses Gesindel sind und sich skrupellos an unseren Steuern bedienen, aber wie man sehen kann, die GEMA ist genauso schamlos. Ich hoffe nur das diese Bagage bald zur Besinnung kommt. Ich kann nur sagen:"Wehrt Euch Ihr Betroffenen"!!!!!!!!

Anonym hat gesagt…

Danke für diesen echt tollen Artikel der ein bisschen Licht ins Dunkle bringt! Wäre schön wenn es in der Führungsetage der GEMA jemand lesen (und was ändern) tät!

Anonym hat gesagt…

Ich denke auch, Du hast Recht. Alles was man schreibt, wird auch automatisch von der GEMA verwaltet.
Was man allerdings tun kann, sofern man das will: Einzelne Rechte nicht übertragen, bzw. rückübertragen.
Sowohl für Territorien, in denen die GEMA ohnehin nichts abschöpft, als auch einzelne Nutzungsarten.

zu 14.)Oft bleibt die Meldung der Titelliste an die GEMA übrigens aus. Z.T. aus Unkenntnis, z.T. aus Bequemlichkeit. Und dann wundern sich Urheber oder gerade Live-Bands (sofern auch Urheber), weshalb kein Geld von der GEMA kommt und jammern, daß sie am Aufkommen der GEMA nicht beteiligt werden. Wenn nix gemeldet wird, kann bei der GEMA niemand wissen, daß es gespielt wird. Wenn also wirklich Interesse besteht, daß Urheber an den Einnahmen beteiligt werden (und das will ich den Clubbetreibern gar nicht absprechen), dann geht's wohl derzeit nicht anders als mit den Meldungen.

j.

Anonym hat gesagt…

Die Reformbestrebungen gibt es. Bei jeder jährlichen Mitgliederversammlung. Was natürlich nicht so bekannt ist, weil davon wiederum kaum etwas in der Presse zu lesen ist.
Aber es ist eben auch zäh. Weil da wie in jedem Verein verschiedene Lager mit unterschiedlichen Interessen und Animositäten existieren. Da beisst auch der ein oder andere Urheber gelegentlich vor Ärger und Fassungslosigkeit in den Tisch.

Treknor hat gesagt…

Vielen Dank, dass Du Dir diesen Aufwand gemacht hast. Ein schöner Artikel. AAAABer ... ich als Konsument muss leider auch sagen, dass die GEMA in ihrer bestehenden Form zu SOFORT abgeschafft werden m u s s .. genauso wie die GVL.

Es muss etwas neues her. Die Gema und die GVL haben das 21 jah. einfach verschlafen und versuchen irgendwie die 60'er Jahre des 20 Jah. festzuhalten .. das ist Blödsinn.

Künstler sollen von Ihrer Arbeit leben können.. und es ist wichtig das wir alle sie stützen.. aber Jugendkultur zu zerstören und Kindergeburtstage zu sprengen geht einfach zu weit.

Beide Vereine .. die GVL und die GEMA haben sich selbst überlebt. Vor einigen Jahren wurden schon durch beide diverse Internetradios getötet.

Also Weg mit dem Müll.. es wird Zeit für was neues!!

Anonym hat gesagt…

Also mal ganz ehrlich, die GEMA ist ein Haufen stümperhafter kleiner Bastarde. Ich werde nun einfach mal niveaulos, weil mich das ungemein abfucked das solche Hurenkinder es legal durchbekommen können einfach mal so irgendwelche Unternehmer in denn Bankrot zu stürzen. Meiner Meinung nach sollte der Staat deren willkürlichen Treiben denn Riegel vorschieben, wo ist da bitte noch der Wettbewerb gesichert wenn jeder zweite Konkurrent bzw. Mitbewerber auf dem Markt pleite geht und dicht machen muss.

Marko hat gesagt…

Bravo Volker!!!
Besser und differenzierter kann man das Dilemma kaum beschreiben.